Startschwierigkeiten gab es eigentlich nicht

An Österreichs Schulen wurde der Schulbetrieb eingestellt. Wir haben im vorigen Blog über die dringliche und für viele, überraschende, Situation berichtet.

Diese Woche ging es daran, die Lehrenden mit einem Live-System mit eLearning zu „konfrontieren“ und vertraut zu machen. Gerade die Lehrlinge sind es normalerweise (ausgenommen IT-affine oder IT-nahe-Lehrberufe), welche sich eher nicht mehr mit den schulischen, theoretischen Themen, wie Mathematik oder Deutsch auseinandersetzen wollen. AHS und BHS sind es hingegen eher gewohnt, mit Computern diverse Workloads und Hausarbeiten zu erledigen. Deshalb war die Skepsis darüber bei manchen Lehrerkollegen relativ groß.

Umso erfreulicher ist es, dass anscheinend alle über einen geeigneten Internetzugang verfügten und die einzelnen Plattformen sehr intuitiv aufgebaut sind, sodass sich jeder schnell darin zurechtfinden kann. Vereinzelte, kleinere technische Einstellungsprobleme waren recht schnell behoben und es konnte sofort in den Unterricht eingestiegen werden.

Es ging nun darum, jeden Schüler*in für die „neue Fernlehre“ abzuholen, diverse Verhaltensregeln während einer Videokonferenz aufzuzeigen und Unterschiede vom „klassischen Klassenzimmer“ zum „virtuellen“ Klassenzimmer“ zu erklären. Beispielsweise ist das gleichzeitige Sprechen nun noch weniger zielführend und es bietet kaum die Möglichkeit, konstruktiv weiter zu kommen.

Wie schafft man es, die Lehrenden für diese Unterrichtsform zu begeistern?

Auf jeden Fall ist dies nun kein Frontalunterricht mehr, wie es im Klassenzimmer heute noch teilweise üblich ist. Der Lehrende muss sich viel mehr auf diese Unterrichtsform einlassen und sich dabei ganz anders einbringen. Aber es hat auch positive Effekte: Beispielsweise das Essen und Trinken nebenher wurde als Pluspunkt von einem Teilnehmer gewertet.

Die Lehrer*innen, die weniger Technik-affin sind, müssen sich also auf ganz andere Methoden zum Unterrichten einstellen.

Unser Tool war in dieser Woche bei gleichzeitiger Bedienung noch etwas schwerfällig. Aber ich bin zuversichtlich, dass die Unternehmen, welche diese Plattformen betreiben, die Kapazitäten erweitern und die Performance sich in den nächsten Wochen merklich verbessern wird. Es war dennoch sehr ungewöhnlich, dass die Schüler*innen nur noch „zuhörten“ und man keine direkte Sichtverbindung mehr hat.

Was kann ich jetzt persönlich verbessern?

Es gibt so einige Dinge was mir noch nicht so gefallen haben. Mit der Konferenzschaltung war die Sichtverbindung zu den Einzelnen nur noch teilweise gegeben. Dazu werden wir uns noch Alternativen ansehen. Auch die Rechenaufgaben nachvollziehbar darzustellen, war am Flipchart nur begrenzt erfolgreich und ist meiner Ansicht nach (trotz Methodenvielfalt) nicht ausreichend gelöst worden. Dafür wird eine „digitale Methode“ die passende Lösung sein (digitale Schultafel – siehe Tafel).

Es wird sich aber auch die nächsten Tage und Wochen zeigen, wie die Verbindlichkeiten und die Selbstständigkeit der Lernenden und Lehrenden aussehen wird.

Fazit der ersten Woche: Die Lehrlingsausbildungsbetriebe können sich darauf verlassen! Die Pädagog*innen der Vorarlberger Berufsschulen sind soweit vorbereitet, dass auch wenn die Schulschließung uns noch länger begleiten, den Bildungsauftrag der dualen Ausbildung weiter erfüllen können! 

Persönlich sehe ich es als Chance, aus dieser Situation geboren – und das für jeden Einzelnen! Es ist eine Chance, sich mit dem digitalen Unterricht auseinanderzusetzen, und sich in Eigenverantwortung Wissen anzueignen und es nicht nur selbstständig zu vertiefen. Es ist eine neue Art des Lernens – und dies ist für die jungen Menschen der heutigen Zeit eine sehr wichtige und wertvolle Erfahrung.

Lasst uns das Beste aus der doch sehr schlimmen Situation machen. Lasst uns gemeinsam diese Herausforderung meistern!

Da die Jugendlichen zurzeit sehr viel Zeit online verbringen werden, versäumen Sie jetzt nicht, bei uns zu inserieren. Wir machen Ihre Lehrlings-Stellenanzeige auf unserer Plattform sichtbar!

Euer Ganahl Stefan

 

Lehre im Fokus – Weiterbildung in jeder Hinsicht

www.lehre-im-fokus.at ist ein gemeinnütziger Verein, welcher sich um die Persönlichkeitsbildung der Jugendlichen in der Lehre bemüht. Dort bieten wir zudem Programme für Ausbildner an, die sich mit der generationsübergreifenden Kommunikation mit den Jugendlichen von heute auseinandersetzen. Unser ganzes Know-How im eLearning-Bereich werden wir dort zur Verfügung stellen und helfen Ihnen dabei, die richtige Strategie zusammenzustellen. Falls Sie Interesse und noch Fragen zu diesem Thema haben, melden Sie sich unter office@lehre-im-fokus.at.

Quelle: Stefan Ganahl – Eigendarstellung von der Berufsschule Feldkirch
Bildquelle: Stefan Ganahl