Lehrlingsrecruiting – Die „Königsdisziplin“ für den Personalverantworlichen

Lehrlingsrecruiting – Die „Königsdisziplin“ für den Personalverantworlichen

Lehrlingsrecruiting – Die „Königsdisziplin“ für die Personalverantworlichen

In den letzten Jahren hat sich nicht nur aufgrund der Demografie des Landes die Lehrlingssuche stark verändert. Es wird immer schwieriger die Jugendlichen bzw. dessen Eltern für die Lehrlingsausbildung zu begeistern.

Früher waren die „Lehrjahre keine Herrenjahre“. Jeder (inkl. mir) war überaus glücklich, dass wenn er überhaupt zum Schnuppern geladen wurde, dann noch in einem Betrieb seiner Wahl die Lehre beginnen konnte.

Die Erfahrungen meiner letzten Seminare mit den Jugendlichen in der 9ten Schulstufe hat ein Umdenken in mir hervorgerufen. Die Jugendlichen, welche sich doch für eine Lehre entscheiden, können sich mindestens 2-3 Lehrstellen aussuchen. Deshalb muss man schon sehr nah bei den Jugendlichen präsent sein um auf sich aufmerksam machen zu können.

Ich war in den letzten Monaten bei vielen Unternehmen im Land und habe die Plattform ländlelelehre.at, die Idee und meine Motivation dahinter, vorgestellt. Ein einheitlicher Tenor war: „Ja die Großen bekommen die guten Jugendlichen und wir nur noch den Rest!“. Ist dem so?

Fairerweise muss aber gesagt werden – die sozusagen „großen“ Lehr- und Ausbildungsbetriebe im Land haben schon länger erkannt, dass es wichtig war, ist und wird, in die eigene Lehrlingsausbildung zu investieren, um damit ihre eigenen Jungfacharbeiter ausbilden zu können. Sie haben sehr viel Zeit und Geld aber auch Personal investiert (und tun es noch immer) um den Ansprüchen der verschiedenen Generationen gerecht zu werden.

Ein kleiner Unternehmer hat mir aber auch gesagt: „Ich habe gerne die ‚Schlechteren‘ bzw. auch die ‚Problemfälle‘. Die haben keinen so hohen Ansprüche und erledigen Ihre Arbeit welche man Ihnen aufträgt! Der Charakter muss passen bzw. es muss erkennbar sein, dass der Jugendliche auch Ehrgeiz hat.“ – im Nachsatz „ich war ja auch so“.

Aber auch diese oben genannten großen Unternehmen, machen sich derzeit große Gedanken darüber, wie sie ihr zukünftiges Personal begeistern können, bei ihnen die Lehre zu starten. Letzthin habe ich sogar von einem großen Energieunternehmen im Lande das Schlagwort gelesen „mit Übernahmegarantie“. Das war früher nie der Fall.

Was ist jetzt die Herausforderung an die Personalverantwortlichen?

Die Marken des Internet (Google, Facebook und co) sind die höchstdotierten Unternehmen der Welt. Streamingdienste (von google, apple und spotify) sind allgegenwertig – CD-Player sind bei der Jugend quasi ausgestorben! Wenn ich heute in die CD-Ecke von einem Mediageschäft gehe, erkenne ich an den Blick des Jugendlichen mein Alter.

Letzthin habe ich auf ORFSport+ die neue österreichische FIFA eBundesliga verfolgt. Das war ein Spektakel – in einer riesigen, gefüllten Halle haben sich 2 Personen an der Playstation FIFA 2018 gemessen.

Und jetzt investiert Ihr Unternehmen in Printmedien sehr viel Geld – weil man es immer schon so gemacht hat. Stimmt da die Zielgruppe?

Die Herausforderung an die Personalverantwortung ist die „schnellebige Zeit des Wandels“. Vor 10 Jahren wurde das Smartphone erfunden – es ist quasi flächendecken ausgerollt und aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. GenZ lebt mit anderen Medien … der Personalverantwortliche investiert in Printmedien! Versteht er überhaupt die GenZ noch?

Jetzt kann man sich vielleicht noch über die Ausrede retten: „Ja – die Eltern lesen ja die Printmedien!“. Dass aber die Eltern mittlerweile mit Facebook bewandt sind und sich auch fast ausschließlich über digitalen Medien informieren, verkennen viele. Ganz ehrlich – was lesen sie öfters – die Nachrichtennews aus dem Internet oder der Zeitung? Wievielmal schlagen sie die Zeitung wiederholt auf? Wievielmal öffnen Sie am Tag das Internet?

Man darf jetzt dies nicht ganz Schwarz/Weiß sehen. Ein Chef von mir hat einmal gesagt: „Die Welt ist bunt“. Alle Medien haben für jeden seine eigene Zielgruppe und Existenzberechtigung. Man muss nur erkennen, welche Zielgruppe einem wichtig ist.

Näher bei der gewünschten Zielgruppe sein – das ist die Herausforderung des Personalbüros der Zukunft!

Beim Lehrlingsmarketing hat mir die Erfahrung von den letzten Jahre eines aufgezeigt: Wer längerfristig und kontinuierlich Zeit in das Thema Lehrling steckt und in die Zukunft plant, gewinnt bei den Jugendlichen!

Ländlelehre.at stellt sich den Anspruch, sich an diesen Wandel stetig anzupassen!

Wir wünschen den tollen Ausbildungsbetriebe in Vorarlberg viel Erfolg in der Lehrlingssuche!

 

Kommentar: Ganahl Stefan

Bild: Pixabay

Schnuppertage – Informiere dich gut!

Schnuppertage – Informiere dich gut!

Vertiefter Einblick in die Berufe

Lehrbetriebe aus allen Branchen und Berufen bieten Schnupperlehren an.  Durch praktische Arbeit und eigene Anschauung kann die jugendliche Person abklären, ob sie für den Beruf, der sie interessiert, die erfolderliche Neigung und Voraussetzung mitbringt.

Die Bereitschaft der Betriebe, Schnupperlehren durchzuführen, trägt wesentlich zur Qualität des Berufswahlprozesses bei. Einen Beruf authentisch in einem Betrieb kennen zu lernen, ist für die Jugendlichen von grosser Bedeutung. Diese Erfahrung kann nicht durch Infomaterial wie Broschüren oder Videos der Berufsberatung ersetzt werden. Der Jugendliche sollte ein möglichst abgerundetes und authentisches Bild des Berufs erhalten.

Schnuppertage sind eine Gelegenheit, um

  • sich genauer über einen Beruf zu informieren
  • im Betrieb den Arbeitsalltag der Berufsleute zu erleben: Büro, Produktionsstätten, Werkzeuge, Materialien, die gebraucht werden, Zeitplan, das Leben in der Unternehmung usw.
  • einfachere Arbeiten selber auszuführen
  • den Berufsleuten Fragen zu ihrem Beruf zu stellen
  • zu überprüfen, ob die gemachten Erfahrungen mit den eigenen Vorstellungen vom Beruf übereinstimmen
  • herauszufinden, ob die eigenen Fähigkeiten zu den Anforderungen des Berufs passen
  • einen ersten Schritt in Richtung Lehrstelle zu machen

 

Die Schnupperlehre ist ein sehr wichtiger Teil der Berufsorientierung. Für SchülerInnen gibt es verschiedene Möglichkeiten einen Beruf durch Schnuppern zu erkunden.

 

Was gibt es zu beachten?

Vergiss nicht: Das ist deine Chance um eine für dich zukunftsweisende Lehrstelle zu finden. Deshalb sind auch da einige Dinge zu beachten:

  • Pünktlichkeit – 10 Minuten vor dem Termin ankommen, dann hast du einen Zeitpolster, falls etwas Unvorhergesehenes passiert
  • Höflichkeit und Respekt – Dieser beginnt schon bei der Begrüßung. Kein Kaugummikauen; ebenfalls solltest du unmittalbar vor dem Termin nicht rauchen.
  • Handy ausschalten – Während dieser Zeit solltest du das Handy ausschalten und nur während den Pausen benutzen
  • Zeige dein Interesse – Stell viele Fragen über den Beruf, das Unternehmen und was dich daran interessiert. Wer Interesse zeigt, fällt positiv auf!

 


Quelle: WKO, myoda.ch, shutterstock

 

 

Lehre mit Matura

Lehre mit Matura

Das Vorarlberger Lehrlingsmodell mit integrierter Vorbereitung auf die Matura

 

Vorgeschichte

Im Jahr 2008 haben der Bundesgesetzgeber und die Bundesregierung die Grundlagen für die „Lehre mit Matura“ geschaffen. Damit besteht nun die Möglichkeit, dass sich Lehrlinge neben ihrer beruflichen Ausbildung auf die Berufsreifeprüfung vorbereiten können.
Dieses Modell zur Erlangung der Berufsreifeprüfung ist zwar kostenlos, hat aber möglicherweise eine Verlängerung der Lehrzeit um ein halbes Jahr zur Folge.

 

Das Vorarlberger Lehrlingsmodell

Das in Zusammenarbeit von Sozialpartnern, Einrichtungen der Erwachsenenbildung, dem Land Vorarlberg, Landesschulrat und den Vorarlberger Berufsschulen entwickelte „Vorarlberger Lehrlingsmodell“ soll es leistungsstarken und leistungswilligen Lehrlingen ermöglichen, in einem Zeitraum von 4 Jahren die Berufsreifeprüfung abzuschließen.

Neben der persönlichen Bereicherung und besseren Chancen am Arbeitsmarkt ist damit für alle Absolventinnen und Absolventen auch das Studium an Universitäten, Fachhochschulen und Kollegs möglich.

1. Lehrjahr und 2. Lehrjahr

Im Rahmen des Berufsschulunterrichts wird in den Freigegenständen Deutsch, Englisch und Mathematik das notwendige Basiswissen vermittelt.
Im Schuljahr 2014/15 startet der Unterricht letztmalig im zweiten Semester der 1. Klasse Berufsschule (= 1. Lehrjahr). An einem zusätzlichen Nachmittag werden die drei Freigegenstände D, E und M mit 2 je Unterrichtsstunden (= 90 Minuten) angeboten.
An der LBS Bregenz 3 findet dieser Unterricht am Freitagnachmittag von 13:30 Uhr bis 18:40 Uhr statt.
Im zweiten Lehrjahr erfolgt der Unterricht in den drei genannten Gegenständen ganzjährig, wiederum an einem zusätzlichen Nachmittag; an der LBS Bregenz 3 am Dienstagnachmittag.

Ab dem Schuljahr 2016/17 werden die Freigegenstände nur noch in der 2. Klasse Berufsschule (= 2. Lehrjahr) unterrichtet.

3. Lehrjahr und weitere

Im dritten und vierten Jahr besuchen die Lehrlinge den Unterricht ganzjährig während des Tages, jetzt aber im Rahmen von Vorbereitungslehrgängen mit erhöhtem Leistungsanspruch durch Lehrpersonen einer Institution der Erwachsenenbildung, der auch die weitere organisatorische Abwicklung obliegt. Am Standort der LBS Bregenz 3 ist das die Volkshochschule Bregenz. Am Ende der Lehrzeit können Teilprüfungen in Deutsch und Englisch bereits abgelegt werden.
Die beiden letzten Semester werden außerhalb der betrieblichen Arbeitszeit, also im Rahmen von Abend- bzw. Wochenendveranstaltungen absolviert. Mit der Ablegung der Teilprüfungen in Mathematik und im Fachbereich ist das Ziel dann erreicht.

Vollwertiger Maturaabschluss

Die Berufsreifeprüfung im Rahmen von „Lehre und Matura“ entspricht einer Reifeprüfung an einer höheren Schule und damit einer vollwertigen Matura. Diese ermöglicht den Zugang zum Besuch von Universitäten, Hochschulen, Fachhochschulen, Akademien und Kollegs (auch im Ausland). Mit „Lehre und Matura“ eröffnen sich aber auch viele neue Chancen und Perspektiven im Betrieb.

Grundlegendes zu dem Modell:

  • Mehr Chancengerechtigkeit in der Bildung

  • mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem

  • Alternative zur Vollzeitschule(BHS)

  • Kostenloses Angebot

  • überwiegend am Tag(Arbeitszeit)

  • Einbindung der Ausbildungsbetriebe

Was sind die Gegenstände und Prüfungen?

  • Deutsch: schriftliche Klausurarbeit und mündliche Prüfung

  • Mathematik: schriftliche Klausurarbeit

  • Englisch: schriftliche Klausurarbeit oder mündliche Prüfung

  • Fachbereich: fünfstündige schriftliche Klausurarbeit und mündliche Prüfung

Was bring mir das als Lehrling überhaupt?

  • Praxisorientierte Ausbildung

  • Höherqualifizierung durch Allgemeinbildung

  • Studienberechtigung für Universität und FH

  • verbesserte Zukunfts- bzw. Karrierechancen

  • Gewinn für Wirtschaft und Gesellschaft

Wie sind die Eckdaten des Modells?

  • Dauer: 4 Jahre

  • Kosten: keine

  • Unterrichtseinheiten: 1.100 (900 Erwachsenenbildung, 200 Berufsschulen)

  • 15 Coaching-Einheiten je Fach

  • Teilprüfungen: D, E (nach drei Jahren), M, FB (nach vier Jahren)

Wo sind da in Vorarlberg die Standorte?

Es gibt in Vorarlberg 4 Standorte für Freigegenstände.
An den Landesberufsschulen:
• Bregenz 3
• Dornbirn 1
• Feldkirch
• Bludenz

Dazu gibt es 2 Standorte für die Vorbereitungskurse an den Volkshochschulen:
• VHS Bregenz – LBS Bregenz 3
• VHS Bludenz – LBS Bludenz

Anmeldung an allen Berufsschulstandorten.
Die Anmeldung ist mit dem Lehrbetrieb abzustimmen und kann an allen Berufsschulstandorten in Vorarlberg erfolgen.
Schaut auch auf die Homepage der Berufsschulen nach oder informiert euch auf http://buz-bludenz.net/

GenZ: Mit dem Smartphone/Tablet auf der Suche nach der neuen „Berufung“!

GenZ: Mit dem Smartphone/Tablet auf der Suche nach der neuen „Berufung“!

Die Suche nach den Lehrlingen fürs nächste Jahr startet bereits jetzt im Herbst.

Was haben die Unternehmen für die Suche geplant? Wie suchen diese Ihre neuen „Jungfacharbeiter“?

Unsere bisherigen Erfahrungen mit den Lehrstelleninseraten und der Ansprache der entsprechenden Zielgruppe hat uns deutlich gezeigt: Jugendliche auf Lehrstellensuche ticken anders als andere potenzielle Mitarbeiter. Gerade das Onlineverhalten von jungen BewerberInnen unterscheidet sich stark von dem früherer Generationen.

Die Generation Z (< Jg 2000) ist schon mit dem Smartphone aufgewachsen. Die ist während eines Großteils ihrer Freizeit am Handy unterwegs und nutzt kaum mehr Desktop- bzw. Stand-PCs. Facebook, Xing und andere „Berufsplattformen“ sind für die Generation Z relativ uninteressant. Auch Printmedien, Booklets oder Handouts rücken für diese Generation immer mehr in den Hintergrund.

Instagramm, Snapchat, WhatsApp & Co. sind die Kommunikationsmittel der heutigen Jugend und sie sind in diesen Netzwerken stark präsent.

Im „Ländle“ ist Facebook durchaus ein wichtiger Kommunikationskanal. Nur muss man wissen, wen man damit erreicht. Facebook ist inzwischen zum primären Kanal für die Generation X (< Jg 1980) geworden – die Eltern. Die müssen gesondert mit anderen Informationen über die hervorragenden Lehrausbildungbetriebe aus Vorarlberg informiert werden.

ländlelehre.at ist die Plattform in Vorarlberg, die diesen Marketingmix beherrscht. Wir stellen an uns den Anspruch, Jugendliche, deren Eltern und Unternehmen digital miteinander zu vernetzen!

Sind Berufsinformationsmessen noch zeitgemäß?

Sind Berufsinformationsmessen noch zeitgemäß?

Im Herbst finden traditionell wieder die Berufsinformationsmessen von den WiGs bzw. deren Unternehmen der Regionen im ganzen Land statt.

SchülerInnen der umliegenden Mittelschulen, sowie der Polytechnischen Schulen sowie dessen Eltern, können sich über die Karrierechancen der Unternehmen von den einzelnen Regionen informieren.

© Lehre im Walgau

Wir fragten uns: Ist das Modell in der heutigen digitalen Welt überhaupt zeitgemäß?

Durch die Lehrlingsmessen wird diese Art von Informationsvermittlung als zentrale Plattform in den Regionen genutzt, um lehrstellensuchende oder unschlüssige Jugendliche mit Unternehmen, welche Lehrausbildungsplätze anbieten, persönlich in Kontakt zu treten. Die teilnehmenden Betriebe können vor Ort ihren Lehrausbildungsplatz sowie das Unternehmen präsentieren und kommen dadurch mit interessierten Jugendlichen/Bewerber ins Gespräch.

Der Lehrstellensuchende hat die Möglichkeit sich während der Lehrlingsmesse bei mehreren Betrieben, aus mehreren Sparten und meist aus der Region über deren Lehrstellenangebot zu informieren.

Zudem soll den Jugendlichen durch die Lehrlingsmesse aufgezeigt werden, welche Vielfalt an Ausbildungsplätzen in den Regionen vorhanden ist.

An fast allen Ständen konnte vor Ort etwas gebastelt oder gewerkelt werden, um so die Berufe wortwörtlich zu begreifen.

Meist kommen diese Messen nicht nur bei den SchülerInnen gut an. Auch die Messeteilnehmen meist KMU-Betriebe, welche im Recruting-Mitbewerb („War for the talents“) zu großen Unternehmen stehen, haben so einmal die Möglichkeit, Ihre Vorzüge aufzuzeigen und schätzen dieses überschaubare Format.

Ist das Modell nun also noch zeitgemäß?

Wir denken auf jeden Fall! Du kannst dir bei dem Besuch persönlich dein Bild von dem Unternehmen bzw. dem Lehrlingsverantwortlichen machen. Meist kannst du Vorort mit den Lehrlingen der Unternehmen sprechen. Dies kann neue Erkenntnisse von den Betrieben sowie schlussendlich deiner Berufsentscheidung bringen.

Wir waren heute auf der Lehrlingsmesse von „lehre im walgau“. Es ist eine sehr innovative Region und die Messe findet sehr guten Anklang. (siehe Bilder). Tolle Unternehmen von der Region haben sich für diese Messe was einfallen lassen um die „besten Talente der Region“ zu finden! Eine wirklich gelungene Veranstaltung mit tollen Rahmenprogramm.

Diese findet heute und auch noch morgen statt. Also nichts wie hin!

War for Talents – Firmen kämpfen um junge Nachwuchs-Talente!

War for Talents – Firmen kämpfen um junge Nachwuchs-Talente!

War for Talents – Firmen kämpfen um junge Nachwuchs-Talente

„War for talents“ ist kein Kriegsfilm von Oliver Stone. Noch nicht, denn Studien zeigen, dass es die Unternehmen in Zukunft immer schwerer haben werden, hochqualifiziertes Personal zu rekrutieren. War for talents bezeichnet den zunehmenden Konkurrenzdruck der Firmen im Kampf um junge Nachwuchs-Talente.

 

 

 

War for Talents bietet mehr Chancen für Jugendliche

Der Begriff „War for Talents“ stammt von Steven Hankins, der bereits 1997 im Rahmen einer McKinsey-Studie den Wandel in der Personalwirtschaft untersuchte. Die Schwierigkeit einen Job zu finden, nimmt bei hervorragend ausgebildeten Absolventen mit guten Studienabschlüssen oder Lehrabschlüssen ab, während sich der Druck für die Personaler erhöht, geeignete Mitarbeiter für Vakanzen zu finden.

Hochqualifizierte Mitarbeiter sind zum knappen Produktionsfaktor geworden. Dadurch ergeben sich für Absolventen bessere Chancen bei der Jobsuche und es verschafft ihnen eine günstigere Verhandlungsposition. Um den „War for Talents“ besser zu verstehen, haben wir uns die Gründe für diese Entwicklung angeschaut.

„War for Talents“ – Gründe für den Wandel

1. Der zunehmende Wettbewerb führt zu mehr Qualität und Quantität, wobei offene Märkte und globale Netze wesentliche Merkmale der heutigen Wirtschaft sind. Unternehmen konkurrieren nicht mehr nur mit regionalen Anbietern, sondern müssen sich der internationalen Konkurrenz stellen. Wer auf Dauer auf dem Markt erfolgreich sein will, muss hohe Qualität und hohe Absatzzahlen stemmen. Jede noch so starke Arbeitsteilung, jeder noch so gut ausgeklügelter Businessplan und jede noch so präsente Marketingkampagne funktioniert nur, wenn die Mitarbeiter diese auch umsetzen können. Personaler suchen daher Kandidaten, die mit ihren Fähigkeiten aber auch ihrer Persönlichkeit am besten zum Job und zum Unternehmen passen. Um konkurrenzfähig zu bleiben müssen sie geeigneten Nachwuchs finden und die guten Mitarbeiter an das Unternehmen binden.

2. Der demographische Wandel verschärft den War for Talents. In den Industriestaaten sinkt die Geburtenrate seit langer Zeit und führt in Folge dessen zwangläufig zu einem Engpass an Nachwuchskräften. Dadurch haben es Absolventen aller Studiengänge zukünftig leichter, einen Job zu finden, da sie sich gegen weniger Mitbewerber durchsetzen müssen. Für bestimmte Fachrichtungen beginnen viele große Unternehmen beginnen schon jetzt sehr früh mit der Rekrutierung und holen sich ihre Fachkräfte der Zukunft bereits auf dem Campus der Hochschulen ab.

3. In der sich stetig weiterentwickelnden Wissensgesellschaft gewinnen die Fähigkeiten und Kompetenzen der Arbeitskräfte eine immer größere Bedeutung. Dabei müssen die Angestellten nicht nur viel wissen, sie müssen sich vor allem schnell neues Wissen aneignen können. Alle fünf bis zwölf Jahre verdoppelt sich das Wissen der Menschheit. Nur Mitarbeiter und Unternehmen, die sich weiterentwickeln, haben eine Chance auf nachhaltigen Erfolg.for.

4. Mit dem steigenden Wissen entstehen mehr Jobs. Noch vor einhundert Jahren hat niemand etwas von einem Flugzeugpiloten gehört, vor dreißig Jahren waren Entwickler für Computerspiele unbekannt und noch vor zehn Jahren hätte sich jeder hilflos am Kopf gekratzt, wenn er das Aufgabengebiet eines SEO-Manager hätte erläutern sollen. Es fallen zwar alte Jobs weg, aber das betrifft vor allem Jobs für geringer qualifizierte Arbeitskräfte wie z.B. in der verarbeitenden Industrie, weil dort vielfach nun Maschinen deren Arbeit übernehmen.

5. Der Wertewandel in der Gesellschaft ist ein weiterer Grund für den War for Talents. Frühere Generationen strebten vor allem nach Sicherheit und einem üppigen Gehalt. Insbesondere jüngere Generationen stellen jedoch andere Ansprüche an ihren Arbeitgeber. Unternehmen müssen Arbeitszeiten flexibel gestalten, ihren Angestellten genügend Raum geben, um sich entfalten zu können und Arbeitsprozesse nach den neuesten Erkenntnissen der Arbeitspsychologie gestalten. Daher müssen die Unternehmen besondere Anreize schaffen, um neue Mitarbeiter für sich zu gewinnen und längerfristig an ein Unternehmen zu binden.

6. Die Wirtschaft der sogenannten Peripheriestaaten wächst teilweise rasant und heizt den War for Talents weiter an. Gut ausgebildete Absolventen drängen aus dem Ausland auf den europäischen Arbeitsmarkt, umgekehrt zieht es viele junge deutsche Akademiker ins Ausland. Je größer die Flexibilität der jungen Talente, umso stärker müssen sich die Unternehmen um die Mitarbeiter bemühen.

All diese Faktoren des „War for Talents“ zeigen, dass die Chancen für Absolventen am Arbeitsmarkt steigen. Dies gilt zwar im Besonderen für Studiengänge mit notorischem Fachkräftemangel wie Informatik und Ingenieurswesen, aber viele Unternehmen geben auf Grund des Mangels an Bewerbern auch vermehrt Quereinsteigern die Möglichkeit, sich in einem fachfremden Gebiet zu beweisen. Ein Ende des War for Talents ist jedenfalls nicht in Sicht.

quelle: absolventa