Letzthin hatte ich eine Frage von einem Kollegen.

Dieser ist mit der derzeitigen beruflichen Situation nicht mehr zufrieden und möchte überhaupt die Brache ändern. Er möchte, obwohl er schon eine Lehre abgeschlossen hat und er doch schon über 30 Jahre alt ist, nochmals eine Lehre machen.

Ist das überhaupt möglich? Wie schaut das finanziell aus und wo bekommt er die Infos???

Ich dachte mir, das interessiert vielleicht doch mehr Personen, deshalb möchte ich meine Recherche hier veröffentlichen.

Wie ist die Situation?

Grundsätzlich gibt es für Jugendliche/junge Erwachsene die bereits eine Lehre absolviert haben und noch einmal eine andere Lehre machen wollen, nur den Anspruch auf Lehrlingsentschädigung. Es gibt allerdings Kollektivverträge, die eine höhere Entlohnung für „ältere“ Lehrlinge vorsehen (z.B. im Baugewerbe, holz- und kunststoffverarbeitendes Gewerbe, usw.).

Zudem gäbe es die Möglichkeit für Lehrbetriebe, freiwillig den Hilfsarbeiterlohn zu bezahlen und sich diese „Überzahlung“ durch „lehre fördern“ fördern zu lassen. Es werden allerdings lediglich 3 von diesen Hilfsarbeiterlöhnen im 1. Lj, 2 Löhne im 2. LJ und 1 Hilfsarbeiterlohn im 3. LJ gefördert.

Darüber hinaus ist auch immer zu prüfen, ob ggf. die Lehrberufe miteinander verwandt sind, sodass eine Anrechnung zum Tragen käme. Ebenfalls wäre möglich, dass ein Jahr – auf Grund der abgeschlossenen Ausbildung – angerechnet werden könnte.

Bis zur Vollendung des 24. Lebensjahres (nach Absolvierung des Präsenz/Zivildienstes bis Vollendung des 25. Lebensjahres) kann wieder beim Finanzamt um Familienbeihilfe angesucht werden.

Sollte ein Lehrling bereits eine eigene Wohnung gemietet haben, kann er bei der AK um Wohnkostenzuschuss ansuchen (wobei diese immer empfiehlt, zuerst bei der Gemeinde anzufragen, ob ggf. Wohnbeihilfe vom Land lukriert werden könnte, da diese monatlich ausbezahlt wird, und der Wohnkostenzuschuss von der AK erst im Nachhinein nach Absolvierung des Lehrjahres ausbezahlt wird).

Sollte ein Jugendlicher/junger Erwachsener arbeitslos gemeldet sein, so raten wir auf jeden Fall, mit dem AMS Rücksprache zu halten, um ggf. abklären zu können, ob eine AMS-Maßnahme zum Tragen kommt. Dabei wird weiterhin AL-Geld/Notstandshilfe etc. bezahlt und es besteht die Möglichkeit, über einen Ausbildungsvertrag eine Ausbildung zu erhalten, die es ermöglichen sollte, zu einem Lehrabschluss zu kommen.

Ich kann aus meiner Erfahrung nur sagen, dass jeder Fall anders gelegen ist und eine Einzelberatung immer zu empfehlen ist.

Eine gute Adresse ist da die Arbeiterkammer. Sie können auf jedenfall eine idiviuelle Beratung anbieten. Eine direkte für eine solche Beratung wäre die Telefonnummer 050/258 – 2312.

Aber ihr könnt euch auch gerne bei uns melden. Vielleicht haben wir ja eine interessante Stelle für euch.-

Ich hoffe, ich habe jetzt nichts vergessen, stehe aber allen gerne für Fragen zur Verfügung!

Euer ländlelehre.at – Team